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Sakura



Vögel singen. Die sanfte Abendluft trägt ihr Gezwitscher weit vom Wald hinab. Die Sonne verglüht am Horizont und färbt den Himmel purpur. Eine blutrote Wolke wird schnell vom Wind hinter den Horizont getrieben.

Wie gern wäre ich wie diese Wolke. Niemanden Untertan als dem Höchsten, der Natur selbst. An niemanden gebunden, befreit vom Druck der Gesellschaft. Doch nie werde ich diese grenzenlose Freiheit haben wie die Wolken. Nie werde ich durch den Wind gleiten wie all die Vögel.

Mein Blick wandert über den Wald, über die Felder, und schneidet durch ungetrübte Luft, auf der Suche nach Ablenkung. Ich gehe ein Stück meines Weges und entdecke neben mir einen Kirschbaum, erfüllt von wunderschönen zartrosa Kirschblüten, welche mir der Wind sanft entgegenweht. Ich genieße den süßen Geruch des Frühlings, und die sanften Töne dieser Welt, fernab der Stadt. Kaum ein Mensch kennt die Schönheit der Natur. Sie sind alle gefangen in der Hektik des Alltags, unfähig, sich zu befreien, und sich einfach mal Zeit zu nehmen.

Zeit, um all die Wunder zu bestaunen, die wir tagtäglich erleben.
Zeit, um all die schönen Dinge zu genießen, die wir tagtäglich zerstören.

Die Sonne ist untergegangen, und noch immer stehe ich in einem Meer aus Blüten, welches mir der Wind schenkt. Langsam begebe ich mich auf den Heimweg. Zurück in den Alltag, der keine Zeit lässt für all dies.