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Der Drachen letzter Ruf




Vom Berge fern der Donner grollt,
in seiner Höhle ruht der Drache.
Das müde Auge funkelt matt,
doch sein Geiste schreit nach Rache.

Tod brachten die Menschen
seiner ganzen Rasse.
Leid brachten die Menschen,
und schürten seinen Hasse.

Wütend bebt des Drachen Haupt,
und langsam öffent er die Augen.
Aus seinem zahnbesetzten Maul
erklingt ein finstres Fauchen.

Bald wird er seine Rache haben,
bald werden schreiend sie verbrennen.
Er wird sich ihre Leiber holen,
und sie mit seinem Maul zertrennen.

Und der Drache seine Schwingen
breitet aus ein letztes mal.
Sein Alter und auch seine Wunden
bereiten ungeheure Qual.

Und schwarze Schwingen, sie verdunkeln
den Schein der Sonn' am hellen Tag.
Ihr Schatten wird den Menschen zeigen
das Grauen, das noch folgen mag.

Das Schwarz, welches den Drachen zierte
war einst ein helles, reines Weiß:
Doch der Hass fraß seine Seele,
und der Hass, er fraß auch seinen Leib.

Feuer brachte er den Menschen,
Flammen tief in jede Stadt.
Und an so vielen toten Leibern
fraß sein hungrig Maul sich satt.

Das Land war bald ein Flammenmeer
und vielen brachte er den Tod.
Doch bald kam es zur Gegenwehr,
die schwarze Haut färbte sich rot.

In einem letzten, schweren Schrei
starb des alten Drachen Herz,
und mit ihm starben viele Jahre
voller Wut, Hass, Angst und Schmerz.

Und zwischen all den Flammen,
in dem Inferno dass er schuf,
erstarb, in einem Schwarm aus Pfeilen
der Drachen letzter Ruf.